Inspiration: Interview

Richie Norton surfing

Was ist Achtsamkeit?

Richie Norton über Eskapismus und innere Gelassenheit

Verschiedene Veranstaltungen wie der Distinguished Gentleman‘s Ride boten der Motorrad-Community in der Vergangenheit bereits mehrmals die Gelegenheit, zusammenzukommen, um sich mit dem Thema psychische Gesundheit auseinanderzusetzen. Nachfolgend erklärt Richie Norton, der Gründer des Wellness-Unternehmens The Strength Temple, wie Motorräder als wunderbare Fluchtmöglichkeit aus dem Alltag dienen können.

The Strength Temple ist ein in Bristol ansässiges Unternehmen, das sich den Themen gesunde Lebensweisen und Achtsamkeit verschrieben hat. Richie gründete seine Firma, nachdem er selbst eine Verletzung überstanden hatte, die seine Rugby-Karriere beenden sollte – dieses Erlebnis inspirierte ihn dazu, anderen zu helfen. Wenn Richie von Achtsamkeit spricht und anderen seinen Ansatz vermittelt, berichtet er auch häufig davon, wie das Motorrad dabei helfen kann, den Kopf frei zu bekommen.

Wie kam es zu dieser Begeisterung für Motorräder?

Ich war schon immer ein Abenteurer, der gerne seine persönlichen Grenzen austestet. Mein Vater arbeitete früher als Geologe auf Ölplattformen, also gingen wir häufig auf Reisen, waren Campen oder auf Wanderungen unterwegs. Als Kind habe ich auf Bauernhöfen gearbeitet, und dort fuhr ich auch auf Motorrädern. Mein Großvater hatte einige Triumph-Bikes − als ich das erste Mal auf einem Motorrad saß, war ich ungefähr neun Jahre alt. Seitdem liebe ich diese Maschinen.

„Zuerst war BMX-Biker, bevor ich mir einige Zeit später mein erstes Motorrad zulegte. Als ich jedoch mit Rugby begann, verbot mir der Verein sämtliche Aktivitäten, die er als zu gefährlich einstufte. Dann zog ich nach Sydney und traf die Jungs von Deus. Alle schienen eine Triumph und ein Surfboard zu besitzen! Das war echt cool.

Was ist Achtsamkeit?

Das sind Verhaltensweisen, die einem dabei helfen, aus einer Routine oder einer Gewohnheit auszubrechen. Im Alltag wiederholt sich alles ständig, manchmal muss man einfach daraus ausbrechen. Sich auf etwas Neues einzulassen, sich ganz auf den Moment zu konzentrieren, das hilft einem dabei, den Geist zu fokussieren. Alles, was dich dazu bringt, dich auf das zu konzentrieren, was direkt vor dir liegt, ist meiner Meinung nach sehr positiv. Tu einfach das, was du liebst. Wenn du Motorrad fahren willst, dann schwing dich auf dein Bike.

Ich übe mich in Achtsamkeit, indem ich Tagebuch führe, einen Berg erklimme, mit dem Motorrad unterwegs bin oder Snowboard fahre. Es geht darum, alleine mit seinen Gedanken zu sein.

Warum Achtsamkeit üben?

Viele von uns machen sich Sorgen um die Zukunft oder leben in der Vergangenheit. Wir lieben es, alles bis ins Unendliche zu analysieren. Oft machen wir uns Gedanken über Dinge, die wir gar nicht kontrollieren können. Was ich tue, tue ich auch deshalb, weil Depression und Angstzustände in unserer heutigen Gesellschaft so ein großes Thema sind, vor allem unter Männern. Mehr Männer sterben durch Selbstmord als durch Herzerkrankungen. Mit Achtsamkeit und Eskapismus kann man solche negativen Gedanken durchbrechen.

Und wie passt das zu Motorrädern?

Die pure Konzentration auf die Straße und den Aufenthalt in der Natur, so kommen Motorräder ins Spiel. Man ist aufmerksamer und ganz in die Umgebung versunken, wenn man auf dem Motorrad sitzt – denn anders geht es nicht.

Man darf die Straße nicht aus den Augen verlieren oder sich ablenken lassen. Für mich ist das eine Übung in Achtsamkeit. Eine Form der Meditation. Frei sein, die Kontrolle haben und die Welt erkunden – so wandern die Gedanken an schöne Orte. Motorräder lassen uns aus unserer normalen Alltagswelt hinaustreten − entweder, wenn wir alleine auf Tour sind, oder zusammen mit anderen.

Erfahren Sie mehr über Richie und „The Strength Temple“ und lesen Sie nach, was passierte, als er zusammen mit einem Biker-Kollegen vor kurzem mit einer Tiger 800 im Gelände unterwegs war. Teilen Sie auf Instragram Ihr persönliches #MotorcycleEscape und taggen Sie es mit @officialtriumph.