Inspiration: Big Trip

Top-Tipps fürs Zelten

Langstreckenfahrer teilen ihren Erfahrungsschatz

Stellen Sie sich vor, Sie öffnen morgens bei Sonnenaufgang Ihre Haustür und Ihnen bietet sich der unvergessliche Anblick von dampfenden Geysiren, schneebedeckten Bergen oder einer endlosen Wüste. Da es heutzutage so ziemlich überall Planungsvorschriften gibt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie jeden Morgen eine solche Aussicht haben… es sei denn, Sie bringen sie mit nach Hause.

Wenn Sie auf einer großen Tour sind und nach einem langen Tag auf dem Motorrad mitten im Nirgendwo das Zelt herausholen, kann das eines der schönsten Dinge sein, die Sie jemals tun werden.

Der Weltumrundungsveteran Kevin Sanders erinnert sich an einen besonders ereignisreichen Zwischenstopp, den er zusammen mit seiner Frau Julia erlebt hat: „Ich bin aufgewacht und wollte meinen Kopf bewegen, aber er war an der Innenseite des Zelts festgefroren. Das Motorrad war nach einer Nacht bei –15 °C ein Eisklotz, und mir war klar, dass es mit dem Weiterfahren eine Weile dauern würde. Aber die Aussicht war es wert.“

Kevin befand sich damals in Chile und hatte eine Wellblechpiste der übelsten Sorte zu den El Tatio-Geysiren – einem Geothermalfeld in den Anden, eines der höchstgelegenen der Welt – hinter sich. Seine Übernachtungsmöglichkeit war ein Zelt in 4300 Meter Höhe, damit er die Naturwunder ganz früh am Tag sehen konnte, wenn sie am schönsten sind.

Die einzige Art zu reisen

Er sagt: „Ein Motorrad und ein Zelt sind eine der flexibelsten und unabhängigsten Reiseoptionen, die es gibt. Man hat eine Transportmöglichkeit, mit der man so ziemlich überall hinkommt, und eine Ausrüstung, mit der man so ziemlich überall übernachten kann. Also ist „überall“ wirklich machbar.“

„Um Menschen, die beim Zelten einen Albtraum erlebt haben – und das ist nun einmal die Mehrheit –, davon zu überzeugen, dass es gar nicht so schlimm wie in ihrer Erinnerung ist, ist leichter als man denkt, wenn man die richtige Ausrüstung wählt“, so Julia Sanders.

„Mit der richtigen Ausrüstung, die einfach und auf ein gesundes Minimum beschränkt sein sollte, friert man nicht, man fühlt sich wohl und man ist am nächsten Tag voller Tatendrang. Und vergessen Sie nicht, nur weil Sie ein Zelt mitnehmen, heißt das nicht, dass Sie es auch benutzen müssen“, fügt sie beruhigend hinzu. Befolgen Sie ihre Ratschläge für das perfekte Abenteuer mit Zelt.

Bevor Sie losfahren

Beglückwünschen Sie sich selbst Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Wenn man einen anstrengenden Tag auf der Maschine hinter sich hat, es stürmt und die Zivilisation in greifbarer Nähe ist, dann quartiert man sich im nächsten Hostel/Hotel ein und stößt darauf an, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Preisgünstig oder bequem Zelten ist ein Kompromiss, bei dem gewünschtes Ziel und Budget gegen die persönlichen Komfortansprüche abgewägt werden müssen, aber es ermöglicht einzigartige individuelle Erlebnisse mit einer kräftigen Priese Unvorhersehbarkeit. Es kann also ein ganz eigenes Abenteuer sein.

Niemals an der falschen Stelle sparen Ein Billigzelt kommt nicht in Frage. Es wiegt eine Tonne, nimmt viel zu viel Platz weg und taugt nicht viel, wenn das Wetter umschlägt.

Technische Daten prüfen Ist das Zelt kompakt, leicht und strapazierfähig? Für zwei Personen empfiehlt sich ein Zwei-Personen-Zelt, das zwischen 2,5 und 2,8 kg wiegt und ein Vorzelt hat, in dem die Ausrüstung verstaut werden kann.

Guter Schlaf Das macht den Unterschied zwischen Spaß und Elend aus. Lesen Sie also die Angaben zum Temperaturbereich und wählen Sie Ihren Schlafsack passen zum Klima aus. Ein guter Kompromiss ist ein 3-Jahreszeiten-Schlafsack mit herausnehmbarem Fleece-Einsatz. Bei großer Kälte können Sie den Fleece-Einsatz hinzufügen und bei großer Hitze können Sie auch nur den Fleece-Einsatz nutzen.

Auf die Matte kommt es an Eine hochwertige Isomatte ist eines der wichtigsten Dinge, die Sie kaufen werden. Aufblasbare Matten wie die von Therm-A-Rest und Exped sind zwar nicht gerade billig, sie sind aber jeden Cent wert.

Aufteilen und losfahren Verpacken Sie Ihre Zeltausrüstung separat, d. h. das Zelt, die Schlafsäcke, die Isomatten und die Kochutensilien bekommen ihren eigenen wasserdichten Rucksack. Wenn Sie einen separaten Rucksack für Ihr „mobiles Zuhause“ verwenden, haben Sie die Gepäcktaschen frei für das, was Sie normalerweise bei Tourenfahrten darin verstauen.

Kreiga Backpack

Praktische Koffer Als Gepäcktaschen wären die Aluminium-Koffer von Triumph eine sehr gute Wahl. Sie machen sich wirklich bezahlt, da man sie als Tische, Stühle oder sogar als Schneidebretter zweckentfremden kann.

Unterwegs

Platzwahl Unabhängig davon, ob Sie auf einem richtigen Camping-Platz sind oder wild zelten, die oberste Priorität ist ein solider Untergrund für Ihr Motorrad, damit es in der Nacht nicht umkippt. Kann Ihr Abstellplatz bei Regen aufweichen?

Niederungen vermeiden Idyllische Plätze in Wassernähe sind sehr fotogen, aber der Flusspegel kann ansteigen!

Bäume vermeiden Der Windschutz und Schatten von Bäumen mag verführerisch sein, aber es können Dinge herunterfallen.

Auf den Wind achten Schlagen Sie Ihr Zelt nicht mit dem Eingang in einer Hauptwindrichtung auf, da dadurch jede Menge wundervolle Sachen in Ihr Zelt geraten, einschließlich Rauch und kleine Tierchen.

Steine und Wurzeln Suchen Sie den Boden nach buckligen, spitzen Gegenstände ab.

Tierkontrolle Zelten Sie nicht mitten auf einem potenziellen Wildpfad und halten Sie Ausschau nach Ameisen und anderen Krabbeltieren.

Gesunder Menschenverstand Sie sollten Ihr Zelt vielleicht an einer Stelle mit einem leichten Gefälle aufschlagen, damit Ihr Kopf etwas höher liegt als Ihre Füße.

Gesunder Menschenverstand 2 Halten Sie sich an die jeweils geltenden Gesetze und, sofern möglich, fragen Sie – besonders in Großbritannien – den Grundstückseigentümer um Erlaubnis. Ist das nicht möglich, handeln Sie nach bestem Wissen und Gewissen.

Nehmen Sie Grundnahrungsmittel mit (Salz, Pfeffer, Olivenöl und Nudeln) und ergänzen Sie sie mit Produkten, die Sie auf lokalen Märkten kaufen.

Aufstellen

Nicht im Dunkeln! Es ist immer besser, ein Zelt bei Tageslicht aufzuschlagen. Wenn Sie jedoch spät dran sind, können Sie das Zelt auch im Scheinwerferlicht Ihres Motorrads aufstellen. Aber lassen Sie es nicht zu lange an! Oder Sie verwenden eine Stirnlampe.

Motorrad in der Nähe abstellen Der Seitenständer sollte auf der vom Zelt abgewandten Seite sein – für den Fall, dass die Maschine doch umfällt.

Mehrzweckrad Bei schlechtem Wetter können Sie Ihr Motorrad als Windschutz nutzen. Sie können es auch als Sichtschutz vor den Zelteingang stellen und Sachen daran aufhängen – vielleicht sogar eine Wäscheleine zwischen den Motorrädern.

Kochen ist kein Muss Nur weil Sie zelten, heißt das nicht, dass Sie auch Essen kochen müssen. Planen Sie das Essen unterwegs ein, bevor Sie für die Nacht anhalten, oder wählen Sie einen Ort mit einem Restaurant/Café in der Nähe.

Richtige Ausrüstung Ein Multifuelkocher, Aluminium- oder Titan-Töpfe sowie Grundnahrungsmittel wie Salz, Pfeffer, Olivenöl und Nudeln, die jeden Tag mit Produkten aus lokalen Märkten und Läden ergänzt werden. Reichlich Trinkwasser in vorgefüllten Kriega Hydro-3-Trinkrucksäcken und eine Ersatzflasche.

Eine runde Sache Das Toilettenpapier nicht vergessen!

GlobeBusters Das Ehepaar Kevin und Julia Sanders sind zweifache Guinness-Weltrekordhalter für die schnellste Weltumrundung auf dem Motorrad und der schnellsten Trans-Amerika-Tour auf dem Motorrad.