Inspiration: Big Trip

Reiseführer: Jerez, Spanien

Fantastische Motorradstrecken und geschichtsträchtige Orte

Die von maurischer Geschichte geprägte Stadt Jerez besitzt eine ganz besondere Atmosphäre. Trotzdem wird sie von Touristen und Motorradfahrern gerne übersehen. Zu ihren berühmtesten Attraktionen gehören die Königlich-Andalusische Reitschule, Sherry und der Flamenco. Weniger bekannt ist die atemberaubende Landschaft, die die Rennstrecke, den Circuito de Jerez, umgibt.

Der Circuito de Jerez, auf dem auch die MotoGP, Moto2 und Moto3 Station machen, liegt in einem Tal am Rande der Stadt und ist von grüner Landschaft umgeben. Die sportbegeisterten Einwohner sind stolz auf die berühmte Rennstrecke, die nahezu ganzjährig von Sonnenschein verwöhnt wird.

Peter-Jan Willems von Motorcycle Diaries weiß mehr über die Geschichte dieses wunderschönen Kurses. Er verrät uns, welche Anfahrtsroute Motorradfahrern den schönsten Blick auf Jerez bietet, und vermittelt uns einen hautnahen Eindruck von der berühmten Motorradrennstrecke.

„In den 1950ern und 60ern gab es Fahrer, die gleich in mehreren Klassen, also bei der Moto 3, 2 und beim GP, antraten“, so Peter-Jan. „Um Motorradfahrern einen Eindruck davon zu vermitteln, wie sich das damals anfühlte, habe ich die Distanz der drei Rennen addiert und eine 309 km lange Route durch das Umland von Jerez zusammengestellt.“

Die ganztägige Tour startet und endet am Circuito de Jerez in der Nähe der Stadt Torre Melgarejo. Über schnelle Pisten mit langen Geraden geht es über die A2003 in Richtung Osten und dann auf die A2201. Unterwegs bietet sich den Fahrern eine wunderbare Aussicht auf die „Weißen Dörfer“ und die herrliche Landschaft.

Grazalema

Bergpanorama

Obwohl es sich bei der A2201 um eine kleine Straße handelt, gelangt man auf ihr zügig zum türkisfarbenen Stausee Embalse de Guadalacín und weiter nach Algar und El Bosque, von wo aus man einen fantastischen Blick auf das Bergpanorama von Grazalema genießt.

Der nach der inmitten von Felsen gelegenen Stadt benannte Naturpark von Sierra de Grazalema liegt in einem schroffen Kalksteingebirge, das bei Wanderern beliebt ist. Die Gebirgsregion gehört zu Spaniens regenreichsten Gebieten und beheimatet seltene Vogel- und Eidechsenarten, die aufmerksame Besucher dort entdecken können.

Auf der Straße des Königs

Die von Grazalema nach Zahara führende CA 9104 ist bekannt für ihre Kurven und Kehren. Auch wild lebende Tiere lassen sich dort erspähen. Fahrern, die den besonderen Charakter des Circuito de Jerez erleben möchten, empfiehlt Peter-Jan jedoch eine alternative Strecke.

„Die an Prado del Rey (dt. Wiese des Königs) vorbeiführende CA 8102 vermittelt Fahrern ein Gefühl, das der Rennstrecke von Jerez gleichkommt. Der spanische König war früher regelmäßiger Gast bei den Rennen in Jerez. Zudem bietet die Strecke neben etlichen Geraden und schnelleren Abschnitten auch eine großartige Aussicht.“

Blick auf den See

Auf dem Weg nach Zahara de la Sierra kommt man an einem weiteren Stausee vorbei: vom an der Bergkette von Grazalema gelegenen Embalse de Zahara hat man einen wunderschönen Blick auf das weiße Dorf Zahara.

„Anstatt die Straße ins Gebirge zu nehmen, empfehle ich Fahrern, den See auf der A2300 zu umrunden. Sie bietet einige schöne Kurven und zahlreiche Gelegenheiten für einen Zwischenstopp am Seeufer. Alternativ können Sie einen Kaffee in einem der kleinen Cafés in Zahara genießen.

„Von dort aus fahren Sie die Schleife zurück nach Prado del Rey und folgen der Route weiter nach Arcos de la Frontera über die A372.“

Arcos de la Frontera

Burgen und Tapas

„Wenn Sie um 9:00 Uhr in Jerez abfahren, kommen Sie rechtzeitig zum Mittagessen in Arcos an. Fahren Sie bis ganz nach oben in die Stadt und genießen Sie den Panoramablick auf die Landschaft, durch die Sie gekommen sind. Flanieren Sie durch die gepflasterten Straßen oder besuchen Sie die aus Sandstein erbaute Festung Castillo de los Arcos. Gönnen Sie sich ein paar Tapas oder ein Essen in einem der Restaurants der Stadt.“

Die weißgetünchten Mauern der auf einem steilen Kalksteinfelsen errichteten Häuser und der Festung fallen schon von Weitem ins Auge. Sie sind auch der Grund, warum die Stadt 1962 zum historischen Kulturdenkmal ernannt wurde. Sie ist ein Muss für Touristen und ein wunderbarer Abschluss der Fahrt, um sich zu stärken und neue Kraft zu tanken.

Vielen Dank an Motorcycle-Diaries für die Fotos und Informationen.