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Photographer Brandon Hinton making a coffee on a mountain

Erste Schritte als Fotograf

Wertvolle Tipps von Brandon Hinton

Obwohl er sich erst seit relativ kurzer Zeit mit Fotografie beschäftigt, hat Brandon mit einer relativ einfachen Kamera schon einige beeindruckende Bilder gemacht – und sein Talent durch eine 10-seitige Fotoserie in Men‘s Health eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über seine Fotos von Motorrädern, Stadtszenen Portraits und Landschaftsfotos aus verschiedenen Teilen der Erde, den Geschichten hinter den Bildern und Brandons Weg zur Fotografie.

Wie viel Erfahrung hast du schon als Fotograf?

Ehrlich gesagt bin ich ein kompletter Anfänger. Anfang 2018 bin ich in einen Fotoladen gegangen und habe mir dort die billigste digitale Spiegelreflexkamera gekauft. Damit wollte ich bessere Bilder für meinen Sportblog schießen, den ich hobbymäßig betreibe. Als ich zwei Monate später als Sportwissenschaftler mit dem südafrikanischen Radsportteam in Ruanda war, habe ich meine Kamera rausgeholt und zum Zeitvertreib während des Trainings ein paar Fotos von den Jungs gemacht.

Zurück in Südafrika sagten mir die Leute vom Radsportverband, dass sie meinen Trip nach Ruanda entgegen unserer Abmachung nicht bezahlen würden. Also musste ich selbst für die Flugtickets aufkommen, obwohl meine Kreditkarte schon ziemlich ausgereizt war. In meiner Verzweiflung habe ich dann einen Artikel über meine Reise geschrieben und ihn mit meinen Fotos illustriert.

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Aber niemand fand ihn interessant. Mein letzter Versuch war dann eine E-Mail an Men‘s Health – und damit hatte ich Erfolg. Einen Monat später bekam ich für meine Fotos 10 Seiten in ihrer Ausgabe zum 50. Jubiläum. Seitdem sind nur noch verrückte Dinge passiert, die mein Leben total verändert haben und die ich immer noch nicht wirklich glauben kann.

Was ist deine Verbindung zu Motorrädern?

Meine Antwort auf diese Frage ist wohl die gleiche wie bei den meisten Leuten. Mein Vater ist Motorrad gefahren, also habe ich auch damit angefangen. Aber mich hat es echt gepackt. Als ich 14 war, wollte ich Profi-Rennfahrer werden, und nichts auf der Welt konnte mich davon abbringen. Ich war wie besessen von Motorrädern. Jeden Morgen habe ich Motorradzeitschriften gelesen, als wären sie die Bibel, und abends DVDs geschaut wie ein Fernsehsüchtiger.

Nachdem ich mit der Schule fertig war, habe ich mich in ein Flugzeug in die USA gesetzt und bin dort in der AMA Motocross Championship gefahren. Die Konkurrenz war ziemlich hat, aber es hat immer riesig Spaß gemacht. Ein Jahr später und mit 10-mal so vielen Ausgaben wie Einnahmen durch Preisgelder musste ich jedoch einsehen, das ich es damit wohl nicht sehr weit bringen würde, und habe diesen Traum begraben. Danach habe ich noch ein weiteres Jahr als Trainer in Kalifornien gearbeitet, wo ich das Glück hatte, einigen der besten Fahrern in der gesamten Branche zu begegnen. Aber ich war immer noch verbittert und bin dann nach Hause geflogen, um alles mit zwei Rädern und viel Lärm zu ignorieren. Erst als sich mir diese absolut neue Welt der Fotografie eröffnet hat, habe ich mich ganz natürlich wieder mit Motorrädern beschäftigt, diesmal aber auf eine völlig andere Art und Weise. Ich wollte den Spaß zeigen, den jeder überall beim Motorradfahren haben kann.

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Was sind deine Lieblingsaufnahmen?

Bis vor Kurzem sind nahezu alle meine Motorradfotos spontan entstanden. Deshalb verbinden mich auch viele davon mit besonders emotionalen Erinnerungen. Mein Lieblingsfoto stammt aber aus dem Dezember und zeigt einen Augenblick, den ich nie mehr vergessen werde. Auf dem Weg zu unserem jährlichen Familienurlaub machten wir Halt in einer Kleinstadt mitten im Nirgendwo. Dort gibt es diesen eindrucksvollen Bergpass namens The Hell.

Mein Bruder war auch dabei, doch seit er und seine Frau einige Monate zuvor ihr erstes Kind bekommen hatten, waren wir noch nicht wieder zum gemeinsamen Motorradfahren gekommen, was wir als Jugendliche jedes Wochenende gemacht hatten. Also sind wir am Abend vor unserer Weiterfahrt zusammen zum Pass hochgefahren, nur wir beide. Zwei Stunden haben wir die Freiheit genossen und sind über die Schotterpisten gejagt. Auf dem Weg nach unten wollte ich diesen Augenblick dann einfangen, den es so nicht noch einmal geben würde.

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Der Gasgriff von meinem Bike hängt fest. Also schaltete ich in den vierten Gang, nahm die Hände vom Lenker und lehnte mich zurück, um ein Foto von meinem Bruder zu machen, wie er vor dem Sonnenuntergang hinter der Bergkette an mir vorbeifuhr. Im manuellen Modus mit 35-mm-Objektiv versuchte ich, die richtigen Einstellungen zu finden und unsere Fahrt mit rasanter Geschwindigkeit einzufangen, während ich mit Helm und Handschuhen an durch den Sucher guckte. Dumme Idee, ich weiß. Aber es wird noch besser.

Da es Regenzeit war, hatte sich der Schotter in eine Wellblechpiste verwandelt, wie ich schon bald herausfinden sollte. Mein Lenker schlug wie wild nach links und rechts aus und flatterte hin und her – und das bei ziemlich hoher Geschwindigkeit. Dabei hat er mir auch einen schönen Pferdekuss verpasst. Irgendwie habe ich es aber geschafft, meine trägerlose Kamera nicht fallenzulassen, konnte das Flattern abfangen und eine Vollbremsung hinlegen, woraufhin mein Bruder und ich beide einen Lachkrampf bekamen. Diesen Augenblick werden wir nie mehr vergessen.

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Welchen Rat würdest du einem aufstrebenden Fotografen geben?

  • Lass dich zunächst einmal nicht von diesem kommerzgetriebenen Kameraquatsch beeinflussen. Meine ersten veröffentlichten Fotos (Men‘s Health) habe ich mit der billigsten Kamera und den billigsten Objektiven gemacht, die ich finden konnte. Damals war mir das gar nicht so bewusst, aber es wurde zu einer meiner wertvollsten Erfahrungen, an die ich mich hoffentlich immer erinnern werde.
  • Es scheint offensichtlich, aber man muss einfach mit dem zu arbeiten lernen, was einem zur Verfügung steht. Ich habe bislang immer nur ein einziges Objektiv zurzeit gehabt. Obwohl einige Aufnahmen damit nur schwer zu realisieren waren, musste ich dadurch meine Kreativität entwickeln, was das Endprodukt noch einzigartiger gemacht hat.
  • Mache deine Aufnahmen immer mit ganzem Herzen. Im Ernst. Konzentriere dich auf die Dinge, die du am meisten liebst und die immer die emotionalsten Inhalte produzieren, die sich am besten nachempfinden lassen.
  • Finde deinen eigenen Stil. Ich habe jedes Bild sehr lange mit Lightroom bearbeitet, damit es genau die Geschichte erzählte, die ich beim Drücken auf den Auslöser erzählen wollte. Dadurch habe ich unbewusst einen einzigartigen Stil entwickelt. Anfangs hatte ich Angst davor, aber dann habe ich gelernt, wie wichtig dies ist, wenn du dich von der Masse abheben willst.
  • Laufe nicht jedem Modetrend nach. Auf Instagram gibt es eine neue Funktion, bei der man innerhalb von nur einer Sekunde Bilder veröffentlichen kann, die dann von Millionen von Leuten gesehen werden. Somit kann es sehr verlockend sein, sich zu sagen: „Wenn ich das Foto so und so mache, dann bekomme ich tausende Likes.“ Dieser Verlockung darf man nicht erliegen. Ich stelle mir immer vor, wie meine Enkelkinder irgendwann einen Karton mit Fotos von mir im Regal finden und sagen: „Hey, Opa war cool“. Man muss schon sehr mit sich kämpfen und auch ich habe diesen Kampf mit mir selbst noch nicht gewonnen, aber durch viele aufmunternde Selbstgespräche versuche ich ständig, mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben und mit jeder Aufnahme die Geschichten und Emotionen meiner Bilder sprechen zu lassen.

Lesen Sie mehr über Fotografie und schauen Sie sich die Fotos einer Triumph Scrambler 1200 an, die mit einem Schwarzweißfilm von Ilford entstanden sind.

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