Inspiration: Interview

„Ein wunderbares Fahrerlebnis“

Damon Hill und Charley Boorman fahren das Moto2-Motorrad

Der Regen hat zwar den Start der Silverstone MotoGP verhindert, doch Triumph konnte am Tag darauf seinen Moto2-Prototyp mit zwei großen Namen aus der Welt des Motorrad- und des Motorsports auf die Rennstrecke bringen.

Charley Boorman ist einer der Pioniere der modernen Abenteuerfahrten – und sein Name ist ein Synonym für Geländetouren –, aber er ist auch ein echter MotoGP- und Moto2-Fan.

Und Damon Hill, ein Name, den die meisten nur mit Autos in Verbindung bringen, hat sich ebenfalls eine Einladung hierzu gesichert. Seine Karriere begann mit Motorradrennen und er zeigte ein herausragendes Talent bei Kurzstrecken-Rennen, bevor er zum Autorennsport wechselte und 1996 Weltmeister der Formel 1 wurde.

FTR hat beide Motorradfahrer an einem exklusiven Trackday in der Stowe-Kurve des Silverstone Circuit getroffen.

Charley Boorman hat Damon Hill zu einer Fahrt mit dem Moto2-Motorrad und zur Förderung der Movember Foundation eingeladen, von der Triumph ein wichtiger Unterstützer ist.

Damon Hill

Was war Ihre erste Reaktion auf das Motorrad?

Meine erste Reaktion war, dass es einen wunderschönen Sound hat, wenn es vorbei zieht – wie Sie selber hören können [Moto2-Motorrad braust im Hintergrund vorbei]. Es ist eine absolut fantastische Maschine, ich meine, ihr Fahrverhalten ist so ruhig und die Leistungsentfaltung ist unglaublich. Aber natürlich nutze ich nur etwa 50 % von dem, zu was sie in der Lage ist, d. h. sie ist zu gut für mich, aber ich habe die Fahrt wirklich genossen – es hat einfach Spaß gemacht!

Was denken Sie darüber, dass ein britischer Name wieder zurück in den Spitzenrängen des Motorrad-Rennsports ist?

Ich glaube, dass es eine grandiose Geschichte ist. Wir warten seit Jahren darauf, diesen Namen wieder dort oben zu sehen. Das ist also ein guter erster Schritt und die Präsentation von britischer Technik und der Marke „Triumph“ wird absolut fantastisch sein.

Selbstverständlich ist es jedes Mal, wenn man die Motorsport-Arena betritt, ein mutiger Schritt, denn es besteht das Risiko, den Erwartungen nicht gerecht zu werden, aber das ist die Herausforderung, der jeder im Sport gegenübersteht.

Wie schneidet das Motorrad im Vergleich zu anderen Maschinen ab, die Sie gefahren haben?

Nun, ich habe eine begrenzte Erfahrung mit Triumph-Motorrädern – ich fahre normalerweise sehr gerne Motorräder im klassischen Stil. Ich habe eine Street Triple ausprobiert, die sehr angenehm und temperamentvoll war. Ich war auch schon auf einer Tiger 800 unterwegs – in Australien zusammen mit Charley, als ich von Melbourne nach Sydney gefahren bin. Ich bin außerdem von der Produktqualität beeindruckt – sie imponiert in jeder Hinsicht. Und die Optik des Retro-Motorrads ist meiner Ansicht nach ebenfalls großartig.

Freuen Sie sich auf die Moto2-Saison nächstes Jahr?

Natürlich – ich freue mich auf alles, was mit Motorradrennen zu tun hat. Die Formel 1 nimmt viel von meiner Zeit in Anspruch, aber ich versuche so viel wie ich kann von der Moto2 zu sehen.

„Die Leistungsentfaltung ist unglaublich“ – Damon Hill

Charley Boorman

Was war Ihre erste Reaktion auf das Motorrad?

Es ist schon witzig, wir haben seit einiger Zeit über diesen Tag geredet – über die Möglichkeit, einen Triumph-Motorrad-Prototypen zu fahren. Dass ich einer der ersten von den wenigen Personen bin, die ihn vor dem Beginn der 2019-Rennserie mit 32 neuen Motorrädern – alle mit dem Triumph-Motor – fahren kann, ist fantastisch. Ich habe die Entwicklung des Triumph-Motors und die des wunderschönen Motorrad-Prototypen verfolgt. Und ihn nun endlich fahren zu können, war ein unglaubliches Erlebnis.

Ich war in der Vergangenheit bei unzähligen Trackdays dabei und hatte auch mit britischen Rennteams mit Superbikes zu tun, aber ich hatte noch nie die Gelegenheit, ein Motorrad wie dieses zu fahren. Es war wirklich eine unglaubliche Erfahrung.

Was denken Sie darüber, dass ein britischer Name wieder zurück in den Spitzenrängen des Motorrad-Rennsports ist?

Ich war hier auch schon für das MotoGP-Wochenende und habe mit zahlreichen Menschen darüber gesprochen und alle sagen das Gleiche: Der aktuelle Vierzylindermotor wurde in den letzten acht Jahren bei den Moto2-Rennen eingesetzt und hat das Ende seines Entwicklungspotenzials erreicht. Da kann nichts mehr herausgeholt werden. So kommt wieder frisches Blut in die Moto2-Rennen und dieser neu entwickelte Motor hat mehr Technologie vorzuweisen. Er erleichtert den Übergang zur MotoGP-Klasse. Damit ist der Weg von der Moto2 zur MotoGP geradliniger. Was für ein Abenteuer, das Triumph erwartet!

Sie glauben also, dass es ein guter Schritt von Triumph war, sich hierauf einzulassen?

Ich glaube, es ist ein großartiger Schritt, ein gewagter, ein mutiger Schritt. Ich glaube, es ist der richtige Schritt. Dadurch stehen sie nun auf der Weltbühne und das wird Gutes bewirken.

Zurück zum Motorrad – wie war die Fahrt?

Wir waren mit der Speed Triple und der Street unterwegs und beides sind ganz spezifische Motorradtypen. Beide sind sehr solide. Und das erste, was man beim Wechsel auf ein Moto2-Motorrad feststellt, ist die Leistung und die Beschleunigung. Ganz außergewöhnlich. Dann das Bremsen … in den ersten paar Runden habe ich immer viel zu früh für die Kurve abgebremst und musste dann bis zur Kurve wieder beschleunigen. Es braucht Zeit, um sich anzupassen und sich daran zu gewöhnen.

Das Getriebe ist für Rennfahrten eingestellt, d. h. andersherum, also muss man darauf ebenfalls achten. Außerdem kommen 20 weitere Personen nach dir, die die Maschine ebenfalls fahren wollen, also muss man aufpassen, dass man keinen Unfall baut. Zum Glück kann das Motorrad 50-mal mehr als ich je könnte, das ist also gut. Es ist ein fantastisches Motorrad. Der Sound, die Motorbremse, die Bremsleistung, da ist so viel Haftung – viel mehr als ich jemals nutzen könnte. Es war großartig, hier in Silverstone auf der Stowe-Rennstrecke, die wirklich eng und kurvig ist, zu sein.

Freuen Sie sich darauf, die Maschine im Wettbewerb zu sehen?

Ich bin ein begeisterter MotoGP-, Moto2- und Moto3-Fan. Ich sehe es mir jedes Jahr an und ich habe die App auf meinen Smartphone. Ich bin so viel unterwegs und mit der App kann ich von überall aus zusehen. Das ist schon lustig, denn Ewan McGregor ist auch ein riesiger MotoGP-Fan. Wenn wir am intensivsten miteinander kommunizieren ist das häufig während der Rennen – wir senden uns Textnachrichten über den Verlauf. Ich bin ein Riesenfan und ich kann es kaum erwarten, Triumph nächstes Jahr in der Moto2 zu sehen. Ich glaube, das erste Rennen findet in Katar statt. Vielleicht kann ich einen Besuch dort einrichten.