Inspiration: Interview

Die Scrambler 1200 bei der Mexican 1000 Rallye

Der ultimative Test für Mensch und Maschine

FTR-Biografie:, Mexican 1000

Länge: 1048 Meilen (1686,6 km)

Teilnahmeberechtigte Fahrzeuge: Buggys, Lkw, Motorräder und VW Käfer

Erstes Rennen: 1967

Originalstrecke: Von Ensenada nach La Paz

Vom 28. April bis zum 2. Mai wagt sich Stuntstar Ernie Vigil bei der Mexican 1000 auf eine der gefährlichsten und zermürbendsten Rallyestrecken der Welt. Während dieser unglaublichen Offroad-Challenge geht es auf über 1000 Meilen (1600 km) durch steinige Wüsten und tückischen Treibsand – in unmittelbarer Nähe zu unberechenbaren 1000-PS-Renn-Lkw und stets den Elementen ausgesetzt.

Ursprünglich wolle Ernie mit seiner neuen Triumph Scrambler 1200 bei der legendären Baja 1000 an den Start zu gegen, aber ein im Training gebrochener Knöchel machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Nur wenige Monate später erzählt uns Ernie seine Genesungsgeschichte und wie er sich auf die ebenso anspruchsvolle Mexican 1000 vorbereitet.

Die Mexican 1000 ist ein waghalsiges Unterfangen. Für Ernie steht diese Rallye „ganz oben auf der Liste eines jeden Offroad-Fahrers“. Jeder Fahrer, der mit seinem Motorrad an extremen Langstreckenrennen teilnehmen will, sieht die Mexican 1000 als eine der größten Herausforderungen an. Mit Start in Ensenada (Mexiko) wurde die erste 1000-Meilen-Strecke (von der sich der Name ableitet) im Jahr 1967 gefahren. Seitdem haben sich die genaue Route und Distanz immer etwas verändert, aber es sind weiterhin zirka 1000 Meilen geblieben, die vor allem eines versprechen: eine unglaubliche Herausforderung. Im folgenden Interview mit FTR erklärt Ernie, wie er zum Offroad-Fahren gekommen ist, wie gut er die Strecke kennt, welche extreme Vorbereitung erforderlich ist und warum er sich für die Scrambler 1200 XE entschieden hat.

Wie bist du zum Offroad-Fahren gekommen?

Ich habe mit dem Motorradfahren begonnen, als ich sechs Jahre alt war, und bin dann schon sehr früh beim Motocross gelandet. Durch das Motorradfahren konnte ich dem Alltag entfliehen. Sonstiger Sport hat mich damals überhaupt nicht interessiert, ich wollte einfach immer nur Motorrad fahren. Allerdings stamme ich nicht aus einer Biker-Familie. Mein Vater kaufte mir mein erstes Motorrad, weil ein paar der Kids aus unserer Nachbarschaft immer mit ihren Bikes die Straße rauf und runter fuhren und ich nur auf der Mauer saß und ihnen zusah. Also kaufte mir mein Vater eine Maschine, damit ich mich ihnen anschließen konnte. Meine Mutter war nicht sonderlich begeistert, aber mein Vater unterstützte mich.

Im Alter von 6 bis 18 Jahren tat ich nichts anderes, als Motocross zu fahren. Wahrscheinlich haben mich Motorräder davon abgehalten, Dummheiten zu machen und von der Schule zu fliegen. Wenn ich irgendetwas tat, was meinen Eltern nicht gefallen hat, nahmen sie mir mein Bike weg und ich war am Boden zerstört. Irgendwann kaufte ich mir dann ein Straßenmotorrad, genauso wie die alle anderen Kids, mit denen ich Motocross gefahren war.

Und warum fährst du Triumph Bikes?

Irgendwann im Herbst waren wir bei einem Fototermin mit Icon Motorsports bei Werbeaufnahmen für neue Ausrüstung. Einer der Mitarbeiter dort fuhr eine 2008er Street Triple R. Nick [Apex] und ich waren noch nie zuvor eine Triumph gefahren. Nick probierte sie als erster aus. Er war sofort begeistert und sagte: „Die muss du unbedingt einmal fahren.“ Für unsere Stunts erhöhen wir die Leistung der Motorräder. Meistens haben wir nicht sonderlich viel Platz, sodass uns ein hohes Drehmoment sehr gelegen kommt. Ich habe mich auf das Bike gesetzt und war sofort hin und weg. Der Reihendreizylinder hat unglaublich viel Drehmoment und erfüllt unsere Anforderungen quasi perfekt. Zudem ist das Motorrad sehr schmal und benötigt weniger Platz als ein Vierzylinder. Wir planen gerade unser nächstes Videos, „Motorcycle vs. Car Drift Battle 2“, und haben bei Triumph wegen einer Speed Triple angefragt. Abgesehen vom Schwingenarm wurde nichts am Motorrad verändert, es ist einfach großartig.

Konntest du schon Erfahrungen mit dem Vorgängermodell der Triumph Scrambler sammeln?

Vor dem Dreh des Driftvideos waren wir auf einer Iron-Butt-Tour von Mexiko nach Kanada in weniger als 24 Stunden. Ich fuhr eine Scrambler 900 und Nick eine Tiger. Er durfte sich eines der Motorräder aussuchen und war davon ausgegangen, dass er es bequem haben würde und ich nicht. Aber es wurde einer der komfortabelsten Trips, die ich je gemacht habe! Ich bin dann mit der Scrambler nach Hause gefahren und habe sie für unsere Scrambler-Videos verwendet. Das Bike hatte die reine Serienausstattung. Ich war vollends begeistert.

Hat dir deine Erfahrung vom Stuntfahren auch im Gelände geholfen?

Es ist schon lustig, wie viele dieser Events mir das Stuntfahren erleichtert hat. Nachdem ich damit angefangen hatte, habe ich zirka vier Jahre lang auf keine Offroad-Bike mehr gesessen. Stuntfahren wurde einfach zu meinem Lebensinhalt. Dabei lernte ich, alle möglichen Motorräder zu kontrollieren. Mittlerweile bin ich eher 50/50 zwischen Offroad und Straße unterwegs.

Wie bereitest du dich vor und wie hat sich deine Vorbereitung seit deiner Verletzung verändert?

In erster Linie kommt es auf die Distanz an. Wie lange kannst du fahren und deinem Körper dabei alles abverlangen, aber dennoch eine ausreichende Geschwindigkeit aufrechterhalten?

Nach meiner Verletzung war es ein bisschen kompliziert. Ich hatte mir zum ersten Mal das Sprunggelenk gebrochen. Also habe ich alle meine Kumpels angerufen, die schon einmal ähnliche Verletzungen hatten, und sie nach Tipps zur Regeneration gefragt. Drei Monate später saß ich wieder auf dem Bike. Beim Motorradfahren hat mich die Verletzung eigentlich nicht allzu sehr gestört. Die Schmerzen kamen eher bei alltäglichen Bewegungen. In meinem Offroad-Stiefel hatte der Fuß ziemlich guten Halt. Zum Glück wurde ich schneller wieder gesund als ursprünglich gedacht, denn herumzusitzen geht mir tierisch auf die Nerven.

Mein Training für die Baja war extrem hart. Für die Mexican 1000 musste ich mich wegen der Knöchelverletzung etwas anpassen, aber ich bin immer noch vier Stunden am Stück mit dem Motorrad unterwegs. Die Anpassung und das Lernen waren nicht immer einfach. Am schwersten ist es, so lange fokussiert zu bleiben.

Auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Ich esse gern und viel, aber seit zwei Monaten bin ich auf Diät, um meinen Körper in Form zu bringen. Die Strecke ist 1048 Meilen (1686,6 km) lang und muss in fünf Tagen zurückgelegt werden. Nach jedem Renntag haben wir die Möglichkeit, uns auszuruhen. Somit ist diese Rallye bei Weitem nicht so anstrengend wie die Baja [die ohne Pause gefahren wird], aber die Strecke ist dennoch extrem schwierig und eine große Herausforderung.

Welche Art von Gelände erwartest du?

Viele Strecken sind Feuerstraßen, also vor allem bei Buschbränden genutzte Schotterpisten. Der Grund dafür ist, dass auch Lkw und Autos an der Rallye teilnehmen. Zudem wird es einige flache Abschnitte geben, die mir am besten liegen. Man sieht eine Staubwolke, holt sie ein und fährt vorbei. Dann gibt es noch eine Reihe sehr gefährlicher Stellen mit Treibsand. Hier muss man besonders wachsam sein.

Was hältst du von der Scrambler 1200 XE, die du im Rennen fahren wirst?

Die Scrambler bedeutet echtes Abenteuer. Das neue Modell ist wirklich unglaublich. Vorher bin ich die Scrambler 900 gefahren, aber die neue 1200 hat deutlich mehr Power und ist eine echte Offroad-Maschine. Die Aufhängung ist phänomenal. Ich habe versucht, sie voll auszureizen, aber da ist immer noch mehr Luft. Motorleistung, Fahrgestell, das ganze Motorrad ist einfach der Hammer!

Scrambler 1200:

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Wie sieht dein Plan für die Mexican 1000 aus?

Das Rennen beginnt jeden Morgen zwischen 6:00 und 7:00 Uhr und wir fahren 200 Meilen (320 km) pro Tag. Wenn du lange unterwegs bist, kann das sehr hart werden. Kommst du zum Beispiel erst um 22 Uhr ins Ziel, hast du kaum noch Zeit, um dich ein wenig auszuruhen. Vieles wird also davon abhängen, wie die einzelnen Tage verlaufen.

Die Strecke ist wirklich mörderisch, und dieses Bike ist größer als die 450er, gegen die ich antrete. Ich muss also sehr clever fahren. Mein Ziel ist eine wettbewerbsfähige, aber gleichzeitig sichere Geschwindigkeit. Das Motorrad ist sehr widerstandsfähig und hochwertig gebaut. Unterwegs gibt es Tankstellen, wo wir auch die Reifen wechseln und kleinere Reparaturen vornehmen können, falls irgendetwas schief geht. Bei Renngeschwindigkeit brauchen wir etwa 9,5 bis 10,5 Liter auf 100 Kilometer. Angesichts des Tankinhalts von 16 Litern planen wir etwa alle 120 km einen Tankstopp ein. Das Motorrad hat eine hervorragende Werksausstattung, sodass wir kaum Veränderungen vornehmen mussten.

Mit welchem Gefühl gehst du die Sache an?

Ich fühle mich gut. Ich fahre so viel wie ich kann und mache viele Tests. Ich wohne in Albuquerque in New Mexico, wo das Gelände sehr ähnlich ist.

Hast du viele Veränderungen an deinem Motorrad vorgenommen?

Eigentlich nicht. Man könnte auch ganz einfach ein Serienmotorrad nehmen. Für dieses Rennen haben wir nur zwei Dinge verändert. Zum einen ist der Bugspoiler etwas niedriger und etwas länger als beim Serienmotorrad, zum anderen haben wir besonders helle Scheinwerfer montiert. Das war‘s schon.

In welcher Klasse fährst du?

Ich werde in der Modern-Pro-Klasse fahren. Meine Konkurrenz besteht aus etwa 20 Fahrern auf 450-cm3-Maschinen. Ungefähr die Hälfte der anderen Teams gehen mit vier Leuten an den Start. Aber ich werde auf mich allein gestellt sein!

Warum machst du das?

Es hat mich schon immer gereizt, einmal bei einem der weltweit größten Offroad-Rennen dabei zu sein.

Triumph wird Ernie auf Twitter und Instagram begleiten. Wir wünschen ihm viel Glück und können es kaum abwarten, die Scrambler 1200 in Aktion zu sehen.

Rennplan der Mexican 1000:

26. April: Willkommensparty

27. April: Registrierung der Fahrer

28. April: Renntag 1

29. April: Renntag 2

30. April: Renntag 3

1. Mai: Renntag 4

2. Mai: Renntag 5

3. Mai: Siegerehrung