Inspiration: Interview

Triumph logo

Die Evolution des Triumph-Logos.

Eine Spritztour in die Vergangenheit

Eine kurze Internetsuche nach dem Begriff „Triumph-Logo“ macht schnell deutlich, wie mächtig das Logo des Motorradherstellers ist. Ob über der rot-weiß-blauen britischen Flagge, als schlichter „lächelnder“ Namenszug oder, wie zuletzt, als Triangel − die Marke Triumph ist bei Bikern und Nicht-Bikern gleichermaßen beliebt.

Das Logo vereint Leidenschaft für die Marke mit dem aktuellen Zeitgeist. Sind wir ehrlich: Man würde sich auch nicht für eine Tätowierung oder einen anderen bleibenden Körperschmuck entscheiden, wenn er nicht für etwas stünde, was man wirklich liebt. Miles Perkins, Head of Brand Management bei Triumph, gehörte zum Designteam seines ehemaligen Arbeitgebers, der global operierenden Designagentur Wolff Olins, die in sorgfältiger Detailarbeit die aktuelle Fassung des Kultlogos entwarf.

„Für mich steht das Triumph-Logo für die unglaubliche Geschichte und den Charakter der Marke; es löst bei Fans auf der ganzen Welt Verehrung und Leidenschaft aus. Das Team achtete sorgsam darauf, dies zu berücksichtigen, als wir 2015 die aktuelle Version der Kultmarke entwickelten.“

„Die Gestaltung des neuen Emblems mit dem Motiv der britischen Nationalflagge und dem Triumph-Logo wurde von den originalen Motorplaketten des Herstellers in den 30er-Jahren inspiriert. Die ersten Entwürfe entstanden direkt im Werk von Triumph zusammen mit dem firmeneigenen Ingenieurteam.“

Leider besitzt Miles die originalen Entwurfsskizzen nicht mehr − „Ich ärgere mich wahnsinnig, das wäre eine wunderschöne Erinnerung!“ −, aber er kann uns aus erster Hand schildern, wie und warum sich das Logo des Unternehmens seit 1902 geändert hat.

„Das Logo steht für die Leidenschaft und den unabhängigen Charakter seines Trägers. Berühmtheiten wie Steve McQueen, Bob Dylan und Bruce Springsteen trugen T-Shirts mit dem Logo der Marke und verhalfen ihr so zum Status eines Symbols für Stil, Individualität und aktuelle Trends“, erläutert er.

Jede der seit 1902 entwickelten 12 verschiedenen Hauptversionen des Logos steht nicht nur für die britische Wesensart und die Ambition des Unternehmens, sondern verkörpert auch die Stimmung und den Designstil der jeweiligen Ära − jedes Emblem wurde kaum merklich verändert und zeigt dennoch deutliche neue Akzente.

Triumph Bonneville mit Helm und Brille beim Goodwood Revival

Jeder Biker hat den Wunsch oder sogar das Verlangen nach einem einzigartigen Symbol oder Kennzeichen, mit dem jeder auf einen Blick sieht, dass das eigene Motorrad ein echtes Original ist, das noch heute Bestand hat. Als es noch keinen Fernseher gab, um für Marken zu werben, waren visuelle Symbole ein mächtiges Werkzeug… heute haben sie sogar noch mehr an Bedeutung gewonnen.

Nachfolgend schildert Miles die faszinierende Geschichte, die sich hinter den Veränderungen des Logos verbirgt.

Die Posaune: ein Gütesiegel aus dem 19. Jahrhundert

„Eines der allerersten Logos war leicht religiös angehaucht; die Posaune symbolisiert die triumphale Fanfare am Himmelstor. Siegfried Bettmann entschied sich damals gegen seinen eigenen Namen und für den Markennamen Triumph für seine neuen Fahrräder − das war leichter auszusprechen und hatte einen positiveren Charakter. Die ersten Bikes erhielten von ihren Besitzern daher den Spitznamen „Posaune“.  Hier finden Sie ein Beispiel für die Markenlogos mit Posaune. 

Wappen: 1902−1906

„Das Wappenlogo steht für Triumph als ein Unternehmen und Produkt, dem man vertrauen kann − unterstrichen wird dies durch das selbstbewusste und markante Design eines etablierten Herstellers. Das Logo trägt zudem die imperialistischen Züge der damaligen Zeit. Die sechs Flaggen symbolisieren möglicherweise die Kontinente mit den Commonwealth-Staaten.“

Erster Schriftzug: 1907−1922

„Das in Schreibschrift gestaltete Design-Logo sollte das Image von Triumph von einem gesichtslosen Hersteller zu einem sympathischen Unternehmen wandeln. Die Firmensprache wurde persönlicher, die Betonung lag auf menschlicher Handarbeit, Sorgfalt und Ingenieurskompetenz. Einfach ausgedrückt vermittelte dieses Logo: „Sie können uns vertrauen.“

Das zweite Triumph-Wappen: 1922−1932

„Nach dem ersten Weltkrieg war das Vertrauen in britische Produkte ein wichtiges Verkaufsargument für Unternehmen in Großbritannien. Der Firmengründer von Triumph, Siegfried Bettmann, betonte diese Botschaft mit einer Weiterentwicklung des ursprünglichen Wappendesigns. Der gewiefte bayerische Geschäftsmann kannte sich im Import-Export-Geschäft aus und erkannte in Coventry zum damaligen Zeitpunkt das Silicon Valley der Motorradwelt. Er integrierte den patriotischen Farbmix Rot, Weiß und Blau in das Design und betonte die Verbindung zu Coventry. Ziemlich schlau!“

Weltkarte: 1932−1933

„Dieses Logo war relativ kurzlebig und genießt weder den Kultcharakter noch die Bekanntheit des Schreibschrift-Logos. Es symbolisiert die zunehmend wichtige Rolle, die das Logo in Werbung und Zeitschriften der damaligen Zeit spielte, und machte deutlich, dass Triumph die gesamte Welt umspannt − eine Welt, die mit einer Triumph besonders gut erobert werden kann.“

Das lächelnde Logo: 1934−1990

„Werbung wurde zunehmend zu einer raffinierten Kunstform. Es wurde immer populärer, Markenkonzepte mit einer klaren Botschaft zu unterstreichen, um Qualität und individuellen Charakter zu verdeutlichen. Dies war der Beginn eines Zeitalters der Markenwissenschaft und des Fernsehens − und des charakteristischen „lächelnden“ Triumph-Logos.

„Das T in Triumph steht für den Kolben im Zylinderkopf eines Motors. Die Serifenschrift und die schwungvolle Linie, die sich vom R auf der linken Seite bis hinüber zum H zieht, passten zum damaligen Design-Zeitgeist und verliehen dem Logo eine menschliche Note mit sofortigem Wiedererkennungscharakter. Haupteinflüsse waren der viktorianische Stil und Art-Deco-Design.“

Die Wiedergeburt von Triumph: 1990−2005

„Nach der Zwangsverwaltung im Jahr 1983 und der Rettung durch John Bloor kurze Zeit später benötigte das Logo abermals eine Überarbeitung, die von der beeindruckenden Wiedergeburt des Unternehmens künden und die Energie des Motorrad-Booms der 90er-Jahre widerspiegeln sollte. Alle Elemente des Logos wurden leicht konkretisiert und die lächelnde Linie vor den Buchstaben H gesetzt, um ein ausgewogeneres Design zu erzielen. So zeugte das Emblem von der neu gefundenen Stärke und Stabilität der Marke. Passend zum damaligen Stil war die Gestaltung des Logos kräftiger, moderner und symmetrischer, um vertrauensbildend zu wirken.“

Streng, aber mit mehr Persönlichkeit: 2005

„Leichte Anpassungen bei Farbe und Verlauf der geschwungenen Linie − die manche als Symbol für eine offene Straße interpretieren, die von einem Tal in die Berge führt − und ein moderner Blauton modernisieren das Logo erneut und symbolisieren das abgeschlossene Comeback der Marke. Triumph beginnt mit der Ausweitung seiner Geschäftstätigkeit in allen Sparten des Unternehmens. Das neue Design vereinfacht nochmals die Strichführung der einzelnen Buchstaben und wirkt insgesamt flüssiger, mit sanft abgerundeten Ecken entlang der Buchstabenkanten. So erhielt das Logo noch mehr Persönlichkeit und Einzigartigkeit, ohne das klassische Gesamtkonzept mit dem charakteristischen Lächeln aufzugeben.“

Designkonzept für eine moderne Stilikone

„Das Konzept im Jahr 2015 sah eine erneute Weiterentwicklung des Logos vor, um die Vielfalt der neuen Produkte und Sparten von Triumph − Klassiker, Sport und Abenteuer − optimal zu repräsentieren, ohne dabei den Kultcharakter des Logos mit dem berühmten Lächeln und der einzigartigen Form aufzugeben. Zuerst wurden die Buchstaben leicht überarbeitet, mit symmetrischeren Zwischenräumen und Linien. Das T wurde ein bisschen niedriger und die Form der Buchstaben etwas weniger massiv gestaltet.

„Wir verringerten auch den Serifenanteil, ohne dabei auf die leicht abgerundeten Ecken zu verzichten. Dabei verfolgten wir drei Ziele: Wir wollten das freundliche und persönliche Design und die Kultelemente bewahren, gleichzeitig eine klare Gestaltung erzielen, die sich auch für die digitale Werbung eignet, und schließlich ein Logo kreieren, das sowohl auf einem unverkleideten Sportbike als auch auf einer Modern-Classics-Maschine gut aussieht.“

Neben der Weiterentwicklung des Logos gestaltete Triumph auch das neue Dreiecksemblem, um der Marke ein einzigartiges Symbol zu geben. Das Design beinhalt die britische Flagge, das Logo und die zeitlose Form des originalen Motoremblems, das zusammen mit den Patentangaben zuerst auf den Motorverkleidungen der 1939er Speed Twins angebracht wurde.

Miles fügt hinzu: „Die meisten Biker, die auf großen Motorrädern unterwegs sind, kennen natürlich das Triumph-Logo und verbinden es auch weiterhin mit langjähriger Tradition, herausragender Technik und, natürlich, britischer Ingenieurskunst. Wir stehen vor der gleichen Herausforderung wie all unsere Vorgänger, die diese unglaubliche Marke vor uns vertreten durften: Wir müssen dafür sorgen, dass die Marke sich im Einklang mit dem aktuellen Zeitgeist weiterentwickelt − für die heutigen Biker und ihre Leidenschaft für Motorräder.“