Inspiration: Big Trip

Der Glückspilz

Das Scrambler-Abenteuer des Wellness-Pioniers

Tom Bevan ist seines eigenen Glückes Schmied. Mit einer positiven Einstellung und der Motivation, alles einmal auszuprobieren, hat sich der Engländer auf eine Reise an fantastische Orte und in seltsame Situationen begeben – vom Surfer-Paradies Byron Bay bis hin zum von Mäusen bewohnten Schuppen eines französischen Landwirts. Und dabei ist er gerade einmal 27 Jahre alt.

Tom besitzt die Gabe, Negatives in Positives umzuwandeln. Als ihm sein ungesunder Lebensstil schwere Exzeme bescherte, entdeckte er seine Leidenschaft für Gesundheit und Wellness. Seine Reise führte ihn nach Europa, genau genommen auf eine Bike-Tour, bei der er eine Menge über Bienen lernen sollte.

Tom lebte damals in London und spürte eine Leere in sich. Also entschied er sich dazu, seiner wahren Passion nachzugehen: „Eines Nacht kam mir beim Meditieren die Idee, mich auf meine Scrambler zu setzen und einfach loszufahren.“

Tom Beven heads to Crete on his Triumph Scrambler

Entdeckungsreise

Tom begab sich auf eine Reise zu seinem Freund Harry auf die griechische Insel Kreta. Auf dem Weg dorthin arbeitete er zuerst noch im Rahmen einer Wwoofing-Initiative als Freiwilliger auf einer Bio-Farm eines französischen Landwirts mit Bienen.

Tom erinnert sich gut: „Seit dem Zerfall der Bienenkolonie im Jahr 2006 habe ich eine richtige Leidenschaft für Bienen entwickelt. Es handelte sich um eine Bio-Imkerei in Angoulême, im Südwesten von Frankreich. Mein Schlafzimmer befand sich auf der Rückseite eines Schuppens und war voll mit getrockneten Zwiebeln und Knoblauch. Es gab keine Heizung und überall lag Mäusekot herum.

Nach ein paar Wochen Aufenthalt in diesem Schuppen bei wenig Essen wollte er endlich wieder seine Freunde sehen. „Ich fuhr nach Bordeaux, arbeitete in der Paragliding-Schule eines Freundes, wo ich für ein paar Wochen Leute von Klippen schubste, und fuhr dann Richtung Riviera und Italien und weiter zu Harry. So holte ich mir ein wenig Ablenkung.”

„Balsam für die Seele“

Da der Wellness-Aspekt der Reise noch im Hintergrund stand, setzte Tom statt auf Honig auf die ganzheitliche und meditative Wirkung des Fahrens: „Ich fuhr in Jeans, Handschuhen, T-Shirt und Jet-Helm – eine der besten Erfahrungen meines Lebens.“

„Wenn die Sonne im Gesicht brennt, das Mittelmeer hinter jeder Kurve glitzert und man selbst unfassbar beeindruckende Straßen entlangfährt, dann ist das wahrlich Balsam für die Seele.“

Aus geplanten zwei wurden fünf Wochen. Seine ungewöhnliche Motorrad-Wahl für diesen unvergesslichen Europa-Trip kommentiert Tom wie folgt: „Es hat wohl etwas seltsam ausgesehen, wie ich auf einer 2014 Scrambler mit Stollenreifen Europa durchquerte. Ich bin ziemlich groß und hatte einen Rucksack dabei. Von daher hätte ich eine Tiger nehmen sollen. Also war meine Entscheidung eigentlich Quatsch, aber als ich dann auf Kreta war, wusste ich, dass ich mich genau richtig entschieden hatte.

Ich fuhr die Küstenstraßen entlang und suchte den Weg zu entlegenen Stränden, die für Autos und die meisten Motorräder nicht erreichbar waren. Und so fand ich mich schließlich allein auf diesen unglaublichen Sanddünen wieder.“

Albanische Abgeschiedenheit und montenegrinische Berge

Trotz der gut ausgebauten Straßen und Feldwege, der abwechslungsreichen Landschaften und fantastischen Ausblicke sowie des gesunden Essens und des eiskalten Biers, das Tom sich gelegentlich gönnte, hielt es ihn nicht lange auf Kreta.

„Ich fuhr weiter nach Albanien, wo ich die Straßen für mich allein hatte. Es hatte etwas Magisches, weit und breit keinem anderen Bike oder Auto zu begegnen“, so Tom. „Nur einmal tauchte in meinem Spiegel ein kleiner Punkt auf, der mich kurze Zeit später überholte. Es war ein Auto mit abgedunkelten Fensterscheiben, dem ein zweites folgte. Als ich in der nächsten Stadt ankam, sah ich die beiden Autos von Polizei umringt dort stehen. Ich tat so, als interessiere mich das nicht, und fuhr weiter.“

Tom Beven beekeeping

Wenn Albanien ein unerwartet erfreuliches Erlebnis war, dann stellten sich die Serpentinen in den Bergen von Montenegro als Offenbarung heraus: „Definitiv mein Lieblingsort – eine atemberaubende Landschaft und erstaunlich grüne Berge. Es ist schwer, diesen Ort angemessen zu beschreiben. Auch hier war ich auf den Straßen praktisch allein unterwegs, und das Wetter war fantastisch.“

„Kotor ist eine unglaublich schöne befestigte Stadt an der montenegrinischen Adriaküste, die in einer Bucht in der Nähe der Kalksteinklippen des Berges Lovćen liegt. Neben kurvigen Straßen und pittoresken Plätzen hat die Stadt einen mittelalterlichen Stadtkern und viele wunderschöne romanische Kirchen, wie zum Beispiel die Sankt-Tryphon-Kathedrale.“

Tom Beven heads to Crete on his Triumph Scrambler

Nach einem Monat auf Reisen hatte Tom für sich erkannt: „Es geht nicht darum, wohin man mit seiner Triumph fährt, sondern darum, was man macht. Ich warf mich einfach ins Getümmel, wie ich es eben immer tue. Es war die beste Entscheidung meines Lebens, denn ich war gezwungen, überall mit Menschen in Kontakt zu kommen und mich mit verschiedenen Situationen auseinanderzusetzen.“

Das Reisen ist für Tom ein immerwährendes Erlebnis, und seine Geschäftsidee ist eben jenem Entdeckungsgeist geschuldet. Ein Jahr nach seiner Rückkehr nach Australien erfuhr Tom noch einiges mehr über Bienen. Er machte die Bekanntschaft mit jemandem, der seine Liebe zu Honigbienen teilte. Von ihm lernte Tom viel über alte Gewürze mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften. Seine Hautprobleme verschwanden und so gründete er das auf Gesundheit und Wellness spezialisierte Unternehmen GoldSpice, das das Elixier weltweit vertreibt. Ekzeme sind für Tom mittlerweile längst Geschichte. Er lebt inzwischen auf Ibiza.

Zumindest für jetzt.

Tom Beven heads to Crete on his Triumph Scrambler