Inspiration: Interview

Das DGR-Versprechen des Movember-Chefs

„Elegant kleiden, klassisches Motorrad fahren und Leben retten“

Der CEO der Movember Foundation, Owen Sharp, ist nicht zögerlich, wenn man ihn nach seiner Definition von Erfolg beim Kampf gegen die Gesundheitskrise bei Männern fragt:

„Das ist der Tag, an dem wir unsere Türen zuschließen. Das Ziel jeder Hilfsorganisation sollte sein, sich selbst überflüssig zu machen. Denn wir existieren, um ein Problem zu lösen – wenn es das nicht mehr gibt, dann muss es uns auch nicht mehr geben.“

Um dieses bittersüße Endspiel zu meistern, ist es Owen gerade recht, dass er dieses Jahr ganz vorn dabei ist beim Distinguished Gentleman’s Ride (DGR) – einer außergewöhnlichen, weltweiten Ausfahrt auf klassischen Motorrädern und in einem sehr eleganten Outfit. Der DGR ist eines der wunderbarsten Events mit Retro-Flair im Kalender. Er hat aber auch eine ernste Botschaft.

Dapper-Fahrer beim DGR 2017

Gleich auf den Punkt

„Statt um den heißen Brei herumzureden, sollten wird dieses Jahr alle den Betrag verdoppeln, den wir letztes Jahr eingesammelt haben. Wenn du nicht gesammelt hast, aber mitgefahren bist, dann sammel dieses Jahr Spenden“, bittet er.

„Jeder Penny, Cent und Dollar, den wir bekommen, ermöglicht wegbereitende Forschung überall auf der Welt. Es gibt noch so viel, das passieren muss, ehe wir unsere Arbeit beenden können. Und vieles davon hängt von Geld ab. Wenn das bedeutet, sich etwas schick zu machen, weil man damit Leben retten kann, dann ist das für mich okay.“

London, DGR 2017

Männer sterben durchschnittlich sechs Jahre früher als Frauen

Owens klare Vision klingt vielleicht zu gut, um wahr zu sein für all diejenigen, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, Männern zu einem glücklicheren, gesünderen und längeren Leben zu verhelfen. Doch er ist entschlossen, gemeinsam mit seinem weltweiten Team dieses Ziel zu erreichen, ehe er in den Ruhestand geht. Er ist jetzt 46.

Der weltweit ausgetragene DGR – dieses Jahr findet er am 30. September statt – ist jetzt im sechsten Jahr aktiv und hat große Fortschritte mit sich gebracht. Das gilt nicht nur für die Forschung, sondern auch für ein allgemein stärkeres Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, dass Männer Verantwortung für ihre Gesundheit übernehmen.

Derzeit sterben Männer sechs Jahre früher als Frauen – eine Statistik, die Movember bis 2030 halbieren möchte. Deshalb sind Events wie der DGR für Owens großes Ziel so wichtig: „Wir sind noch weit davon entfernt, dass man uns nicht mehr braucht. Indem wir weiter für Aufmerksamkeit sorgen und Spenden sammeln mit Ereignissen wie diesem, verringert sich diese Kluft jedoch allmählich.“

81 % der Gelder werden verwendet, um Leben zu retten

Ein großer Anteil des Geldes, das von der Stiftung weltweit gesammelt wird, kommt direkt Gesundheitsprojekten für Männer zugute ­– eine der höchsten Quoten bei Wohltätigkeitsorganisationen. Damit wissen auch kritische Triumph-Fahrer, dass ihr Geld dort hingeht, wo es etwas bewirkt.

„Der DGR ist für uns sehr wirkungsvoll, denn wir sind damit im Kontakt mit einer Community, die leidenschaftlich gern Motorrad fährt. Und plötzlich kann man hier ganz offen über die physische und psychische Gesundheit von Männern sprechen, ohne dass das negativ bewertet wird“, sagt Owen.

„Die Fahrgruppen, zu denen Männer und Frauen sich vorher und nachher treffen, und die Kameradschaft beim DGR sind ebenfalls wichtig. Man trifft sich, spricht über Bikes, Fußball oder dieses nagende Gesundheitsproblem, das man schon seit einer Weile hat.“

Mach´auch du einen Unterschied:

Hilf uns heute, Leben zu retten

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Prostatakrebs ist die zweithäufigste Krebsart bei Männern. 2030 werden 1,7 Millionen Männer damit leben

Er fügt hinzu: „Ich denke, der DGR leistet fantastische Dienste dabei, die Aufmerksamkeit auf die Gesundheit von Männern und auf Prostatakrebs zu lenken. Mit der Gründung von Movember und den Schnurrbärten kam dieses Problem ins Gespräch und der DGR hat das unterstützt. Jetzt aber müssen wir wirklich Geld einsammeln, denn für Männer liegt vieles im Argen.

Wenn ich also eine Zahl nennen sollte für die Männer, die dank dieser Bemühungen der Fahrer und Bartträger noch immer auf dieser Erde wandeln, wie hoch wäre die?

„Sieht man sich an, was Movember erreicht hat, dann müssen es Milliarden von Leben sein, die wir verändert haben. Denn Millionen haben bei Movember mitgemacht und der Welleneffekt hat viele andere berührt. Das gleiche gilt für den DGR. Es ist noch immer nur ein Anfang. Genau deshalb aber brauchen wir Biker, die uns dabei helfen, Geld für helle Köpfe einzusammeln, die ein für alle Mal diese Probleme lösen.“

510.000 Männer sterben jedes Jahr durch Selbstmord – einer pro Minute

Owen ist auch sehr dankbar für die harte Arbeit und die finanzielle Unterstützung, die der DGR vom langjährigen Sponsor Triumph erhält: „Die Rolle ist enorm, die Triumph bei all dem spielt, was wir erreicht haben. Das ist eine bedeutende, kultige, weltweite Marke mit echter Glaubwürdigkeit bei ihren Fans und weit darüber hinaus. Das sorgt für Mittel und Unterstützung für diese gemeinnützige Organisation … und das zählt.“

Letztlich liegt es aber an den Männern selbst, ihre Einstellung zu verändern, etwa indem sie ins Gespräch kommen. Das hat beispielsweise der englische Fußballer Danny Rose getan, als er im Vorfeld der WM über seinen Kampf mit der Depression sprach.

Bis 2030 möchten wir die Zahl der Männer, die vorzeitig sterben, um 25 % verringern.

„Je mehr wir darüber sprechen, desto eher werden auch Vorbilder wie Danny Rose das tun, und gemeinsam können wir etwas verändern“, sagt er und lächelt. „Wenn sich die Haltung von Männern zu ihrer Gesundheit verändert, dann lassen sie sich untersuchen, dann kann das Geld etwas bewirken und ihnen die besten Chancen verschaffen, nicht zu jung sterben zu müssen.

„Wir brauchen Biker, die uns dabei helfen, Geld für helle Köpfe zu sammeln, die diese Probleme ein für alle Mal lösen.“

„Wir wissen, dass viele Männer, die sich das Leben nehmen, nie mit irgendjemandem über das gesprochen haben, was sie fühlen. Wenn man es schafft, mit vertraulichen Gesprächen das Stigma zu beseitigen, können wir dafür sorgen, dass weniger Männer still vor sich hin leiden.“

Wir möchten die Anzahl der Todesfälle durch Prostata- und Hodenkrebs bis 2030 halbieren

Für all diejenigen, die das bezweifeln und sich unsicher sind, ob sie am diesjährigen DGR teilnehmen sollen, hat er eine einfache, aber deutliche Botschaft: „Dieses Jahr ist es für uns alle entscheidend, dass wir beim Fahren auch Spenden sammeln – tu‘s für deinen Vater, deinen Sohn, deinen Onkel, deinen Kumpel … oder dich selbst. Denn eines Tages brauchst du vielleicht die Unterstützung, die Events wie dieses bringen.“