Inspiration: Interview

Von der Aktienhändlerin zur Lebensretterin

Die Triumph-Fahrerin, die in Afrika Leben rettet

„Ich wünschte, ich hätte in deinem Alter das getan, was ich wollte, statt zu versuchen, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ich wünschte, ich wäre mutiger gewesen.“

Die Worte von Claire Elsdons bejahrter Großmutter, als sie im Krankenhausbett lag, sollten das Leben der ehemaligen Londoner Börsenmaklerin – und das unzähliger anderer Menschen – für immer verändern.

Innerhalb weniger Monate hatte die Triumph-Verrückte ihre 40.000-km-Fahrt nach Kapstadt begonnen, um „Angst und Gier hinter mir zu lassen, mich verletzlich zu machen und in letzter Sekunde einer Elefantenherde zu entkommen“.

Claire Elsdon

Das Leben nicht an sich vorüberziehen lassen

„Meine Oma sagte mir immer, man darf das Leben nicht an sich vorüberziehen lassen. Ich wusste, dass ich nicht für den Rest meines Lebens an einen Schreibtisch in der Stadt gekettet sein wollte. Ich wusste, dass ich eine größere Berufung hatte. Das Leben muss doch mehr zu bieten haben, als täglich 12 Stunden gestresst zu sein“, erzählt sie.

Claire Elsdon Triumph Tiger

Während ihres afrikanischen Abenteuers mit langen Offroad-Abschnitten besuchte sie Malawi, wo sie Mitarbeitern einer Wohltätigkeitsorganisation beibrachte, eine gealterte Flotte von 80 Bikes in Schuss zu halten und auf der Straße sicher zu bleiben. Das Projekt „Love Your Motorcycle, Love Your Life“ war geboren.

Schnell sprach es sich herum und Claire wurde nach Songea in Südtansania eingeladen. Dort brachte sie Hebammen im Rahmen eines Projekts namens Motorcycle Outreach bei, ihre Motorräder verkehrstauglich zu halten.

Pikalily charity Claire Elsdon

„Etwa 24 Frauen sterben hier täglich bei der Entbindung, manchmal auch, weil ärztliche Hilfe sie in entfernten ländlichen Gebieten nur schwer erreicht“, erzählt Claire, die angesichts der mangelnden Verkehrssicherheits- und Reparaturkenntnisse schockiert war und sich sofort zum Handeln entschloss.

Menschen aufklären

„Fahrer in diesen Gebieten machen sich keine Gedanken über Reifen oder lose Ketten und fahren manchmal sogar zu dritt auf einem Bike auf gefährlichen Straßen. Wir hören jedoch bereits, dass unsere Aufklärung der Fahrer und Passagiere zu einer drastischen Senkung der tödlichen Unfälle geführt hat.

Pikalily

„In den letzten neun Monaten haben wir 1.500 Menschen auf dem gesamten Kontinent geschult. Wenn ihr neues Wissen auch nur eine Tragödie verhindert, die zahllose Menschen in ihren Familien trifft, dann war es das wert.“

Wie viel kostet es, ein Leben zu retten?

Die tansanische Regierung hatte der Hebammen-Notrufinitiative ursprünglich Finanzmittel zugesichert, die jedoch aufgrund von Haushaltskürzungen nie ankamen. Daher sucht Claire aktuell nach alternativen Wegen, um die Finanzierungslücke zu schließen: „Einige Motorradgruppen haben ihre Unterstützung zugesichert. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir die Gehälter unserer fünf Motorrad-Notruffahrerinnen, allesamt einheimische Frauen, sowie die Spritkosten für ein Dienstjahr bezahlen werden können.“

„Es kostet nur £ 2.000, um eine der fünf ausgebildeten Hebammen ein Jahr lang zu bezahlen, sowie £ 18 pro Fahrt. Wenn man bedenkt, dass man damit jedes Mal eine Mutter und ein Baby retten kann, ist es das zweifellos wert.

„Egal was passiert, wir werden die Leute weiter aufklären. Wenn auch nur eine Person damit erreicht wird, waren die Worte meiner Oma für viele Menschen nicht vergebens.“

Erfahren Sie mehr über Claires Arbeit.