Inspiration: Big Trip

Träume im Alaska-Stil

Eine 15 Jahre lang geplante Reise

Bären, Wale, Wildtiere, Gletscher, Amerikas höchster Berg, Pflaster, Schmutz, Felsen, Kies und Matsch, so glatt wie Eis. Warren Henke mag mehr als ein Jahrzehnt dafür gebraucht haben, aber er hat es letzten Endes gemacht.

Mit nur bescheidenem Wissen über Mechanik und Camping und bisher nur einer 200 Meilen langen Tour, könnte eine 11.000 km lange Fahrt durch einige der abgelegensten Teile Alaskas wie der helle Wahnsinn gewirkt haben.

Aber wenn Sie ein schnell gestresster, Tiger fahrender Vater von drei Kindern mit der unerfüllten Leidenschaft sind, mit einer Triumph die Welt zu befahren, und einen Freund haben, der auch dazu bereit ist, was hindert Sie dann daran? Fügen Sie einige der vielfältigsten und dramatischsten Landschaften des Planeten hinzu, und Warren Henke und seine Tiger 800XC waren dabei, Träume in die Realität umzusetzen.

„Wir hatten 15 Jahre lang darüber geredet, es zu tun. Aber als der Vater meines Freundes Mike starb und diese Reise auf seiner Wunschliste unvollendet blieb, planten wir so, als würden wir es tun, und Verblüffenderweise taten wir es dann.”

Hier ist ihr Tagebuch…

Die Fahrt:, Alaska

Etappe 1

Washington - Nordwest-USA nach Chistochina, Alaska

„Die Zutaten für Abenteuer mussten Herausforderung, Stress, Begeisterung, Schmerz und Vergnügen beinhalten, und aus unserem Element geworfen zu werden, um neue Dinge zu kennenzulernen. Das Abenteuer muss verflucht und hinterfragt werden, Seite an Seite mit Momenten von atemberaubender Schönheit“.

Nach dem Packen und Aufziehen neuer Reifen nehmen wir die dreitägige Fähre von Bellingham nach Haines ins Herz von Alaska. Ich schimpfe über das Übergewicht, bis wir hinter einer 70 Jahre alten Dame in Leder auf einem Trike stehen, die eine 25.000 Meilen lange Reise hinter sich hat.TRIP2

Wind und Regen lassen Planen an Bord hin- und herflattern und dann direkt unter uns, ein paar Meter vom Boot entfernt, taucht ein Buckelwal auf, spritzt eine Wasserfontäne in die Luft und verschwindet wieder. Berge wie schwarze Schatten verschwinden in Wolken.

Es ist dunkel und still… bis auf das Motorengeräusch. Wir schieben uns durch die dunkle, schmale, pechschwarze Schlucht, beleuchtete Bojen als einzige Orientierung.

Ich wache an einem Alaska-Gletscher auf. Wir befinden uns inmitten einer riesigen Bucht, umgeben von gigantischen schneebedeckten Bergen und Wasserfällen.

Nachdem wir gerade mal 10 Minuten von der Fähre runter sind, sehen wir unsere beiden ersten Grizzlybären, die einen Flusses entlang tapsen und nach Lachs suchen.TRIP3

Die 160 Meilen von Haines nach Haines Junction. Scharfe Bergspitzen unterbrechen den Horizont, während wir uns gegen den schneidenden Wind lehnen, uns ständig anpassen, um aufrecht zu bleiben, Verstand und Körper fokussiert, angespannt und fest. Alles dreht sich um den Moment – ich lasse Angst, Stress, Vergangenheit und Zukunft los, um mich auf die Herausforderung zu konzentrieren.

Dann biegen wir auf den Alcan-Highway ab, eine Abenteurerstraße, die ich mein ganzes Leben lang bewundert habe. Wir schlagen uns fast 400 Meilen weit durch Wolken von winzigen fliegenden Piranhas Mücken, Wind und Regen, bevor es uns weiter treibt.

Kalt und durchnässt will Mike unseren Schwur dennoch nicht brechen, primitiv zu leben. Aber Dank eines gerissenen Gaszugs zögere ich bei der Wärme einer Hütte in der Red Eagle Lodge in Chistochina nicht, von wo aus ich dem Triumph Händler in Anchorage eine E-Mail schicke.

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Etappe 2

Anchorage - Homer - Denali Nationalpark – Kennecott

Nach dem Austauschen der Gaszüge fahren wir schweigend weiter. Der Motorradladen ist klasse – sie haben keine Mühen gescheut, mich zur Priorität zu machen.

Wir erkunden die Kanai-Halbinsel, zuerst nach Homer. Mein Mund steht immer wieder offen, als alpine Wiesen und graue Gipfel vorbeifliegen.

Homers Küste ist in der Sonne gebadet und gespickt mit Paaren, Familien und Angelruten. Ich strecke mich aus, während Mike am Strand spazieren geht. Später fand ich heraus, dass er seinen Vater hier zur letzten Ruhe gebracht hatte. Seine Asche war nun für immer ein Teil dieser großartigen Landschaft, nachdem er nun schlussendlich seine Motorradreise nach Alaska beendet hatte. TRIP5

Auf einer Fjordtour von Seward fahren wir an massiven Klippen vorbei, wo das Gekreische tausender Vögel alle anderen Geräusche übertönt. Seelöwen kämpfen auf den Felsen, Tümmler tanzen um unser Boot und Papageientaucher tauchen ins Wasser. Sechs Fuß lange Ottern schwimmen auf dem Rücken und genießen den Sonnenschein. Buckelwale spritzen Wasser aus und tauchen ab. Ich sehe Dinge, die mich mein Leben lang fasziniert haben. Dann, mein Hauptgrund für diese Tour: der Besuch eines Gletschers. Eine monströse 600 Fuß lange Eiswand, die langsam in Wolkenkratzer große Stücke zerbricht, die in einer Show der Naturkräfte donnernd ins Wasser stürzen. Ich muss auch Mount McKinley sehen. Ein Lufttaxi bringt uns dorthin. Eis, Schnee und gigantische Steinwände. Gezackte Granitspitzen. Tiefblaue Gletscherspalten. Wir fliegen an 1.200 Fuß hohen, steilen Klippen vorbei und landen auf dem Eldridge-Gletscher in etwa 7.000 Fuß Höhe. TRIP6

Ich verlasse das Flugzeug und als ich mich langsam drehe, füllen sich meine Augen mit Tränen. Berge schießen in den Himmel, gigantische Klippen um mich herum. Der Schnee ist blendend weiß. Es ist so leise, kein Wind und kein Geräusch. Ich atme mehrere Male tief durch, schließe die Augen und schwelge darin. Nach einem Halt im Denali Nationalpark erreichen wir den Denali Highway, eine unbefestigte Straße, die zwischen Fairbanks und Anchorage über den Bauch von Alaska führt. Was nützt ein Abenteuer-Motorrad, wenn man es nicht schmutzig macht, nicht wahr? Heute fahren wir 300 Meilen und es fühlt sich an wie 1.000 Meilen. Wir sind 20 Meilen von Chitina entfernt, wo die Straße nach Kennecott ein hohes Maß an Fahrkönnen erfordert.

Warum mache ich diese Dinge? Weil sie aufregend sind und wenn ich sie einmal gemacht habe, fühle ich mich, als hätte ich im Lotto gewonnen!

Etappe 3

Kennecott nach Dawson City über den Top of the World Highway

Brutal. Was auf einer sonnigen Fahrbahn begann, hat sich in Schmutz, Felsen und Schlamm, so glatt wie Eis verwandelt. Der Top of the World Highway ist alles, was wir uns erhofft hatten… ein weiteres spektakuläres Schauspiel von Alaskas Wildnis. Mein Herz klopft. Ich rutsche. Ich mache verrückte S-Kurven.

Einmal bin ich auf der falschen Straßenseite, als ein Lastwagen um die Kurve kommt. Ein anderes Mal rutsche ich an den Rand des Abgrunds und bekomme keine Traktion, aber irgendwie kommen wir da heil wieder raus.

Es hört sich miserabel an, aber Herausforderungen wie diese zwingen mich, in diesem Moment zu 100% konzentriert zu sein, um meine Angst abzulegen. In gezwungen Situationen wie dieser, leisten wir erstaunliche Dinge.

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Es gibt zwei Hauptrouten durch British Columbia – die Alcan und die abgelegenere Cassier. Auf der Cassier sind die Veränderungen unmittelbar, mit Herbstfarben, Bären überall Brücken über die über Flüsse.

Auf einer Strecke fernab der Zivilisation treffen wir einen britischen Fahrer, der alleine auf dem Weg nach Argentinien ist, auf einer Tiger 800XC, die er in Anchorage gekauft hatte. Das möchte ich unbedingt auch machen!

Ich empfinde Glück, Wunder, Aufregung, Brüderlichkeit, Leidenschaft, Neugier, Freude. Kein Stress, keine Sorgen. Mein Leben ist gut. Ich habe eine wunderbare Familie und Freunde und habe viele fantastische Erfahrungen machen dürfen.

Auf der Fahrt südlich nach Hyder erheben sich schneebedeckten Berge auf beiden Seiten, während wir uns durch den üppig grünen Wald der Schlucht schlängeln.

Flüsse strömen über gewaltige Klippen und ergießen sich in riesigen, nebligen Wasserfällen über Granitfelsen. Gott hat diese Schlucht zum Motorrad fahren entworfen. Es ist eine Wonne, sich durch kurvenreiche Strecken hin und her zu werfen, und meine Tiger durch die Schlucht zu schlängeln.

Wir fahren die unbefestigte Straße hinauf zum Gletscher, um etwas Off-Road zu fahren. Manchmal fahre ich eineinhalb Fuß vom Straßenrand entfernt und schaue 1.000 Fuß hinunter, während wir über den Gipfel zu einem felsigen Bach hinab fahren.

Mein Herz rast, während ich die Drehzahl erhöhe und denke, wie dumm ich bin, ein Problem so weit oben in den Bergen zu riskieren. Aber es ist eines dieser Dinge, die ich tun muss, und ich denke darüber nach. Ich stehe auf den Fußrasten, gebe Gas, und meine Tiger fliegt wie eine schlanke Katze hinüber, verliert auf den Felsen die Traktion nicht und schneidet wie Butter durchs Wasser.