Inspiration: Big Trip

Länderführer: Südafrika

Die besten Reisetipps für Südafrika und die umliegenden Länder

Von der dürren Weite der Skelettküste über die rauschenden Victoriafälle bis zum Duft der Gewürze Sansibars: Afrika ist ein Erlebnis für alle Sinne.

Den Äquator auf dem Landweg zu überqueren ist nicht leicht. Für viele Motorradfahrer ist es aber ein wichtigen Punkt auf ihrer Wunschliste. Und es lohnt sich wirklich! Wo sonst kann man Löwen, Elefanten, Wale, Delphine und Pinguine in ihrer natürlichen Umgebung bewundern?

Sechs der 14 Länder, die den Äquator berühren, liegen in Afrika. Bei allen anderen handelt es sich meist um Inseln oder Gegenden in der Mitte des Amazonas-Regenwaldes. Das macht Ecuador in Südamerika für Motorradfahrer zur einzig praktikablen Alternative. Was abwechslungsreiche Landschaft, Tierwelt und Menschen angeht, so ist Afrika südlich der Sahara ein faszinierendes Ziel für eine große Tour. Die Länder von Kenia bis zum Kap der Guten Hoffnung sind perfekt für Triumph-Fahrer mit etwas mehr Zeit (rund sechs Wochen).

Zum Start nach Kenia?

Südafrika lässt sich nach Aussage des GlobeBuster Tourleiters Kevin Sanders am besten von Kenia aus erkunden. Die Einreise nach Kenia ist einfach und man kann sein Motorrad mit spezialisierten Unternehmen wie Moto Freight verfrachten lassen. Sie kümmern sich um alle nötigen Vorkehrungen. Fliegen Sie einfach nach Kenia und holen Sie Ihre Tiger oder die Triumph Ihrer Wahl am Flughafen ab. Sie benötigen lediglich ein „Carnet de Passage“ (ein zeitlich befristetes Import- und Exportdokument für Ihr Motorrad).

Werden Sie nicht zum Löwenfutter

Von Nairobi am östlichen Rand des Rift Valley ist es eine kurze Fahrt Richtung Norden an den Äquator. Von dort fährt man in südlicher Richtung zum Ngorongoro Krater. Die Stätte gehört zum Weltkulturerbe und liegt im Hochland von Tansania, wo Löwen, Giraffen, Gnus und Warzenschweine die Landschaft durchstreifen. Kein schlechter Anfang für eine Tour, auch wenn man darauf hinweisen muss, dass die meisten Nationalparks in Afrika aus Angst vor Attacken keine Motorräder erlauben. Hier müssen Sie zeitweise auf einen Geländewagen umsteigen.

Der Kilimandscharo wartet

Wenn Sie schon in Tansania sind, sollten Sie Afrikas höchstem Berg und seinen Vulkankegeln einen Besuch abstatten. Anschließend geht es weiter mit der Fähre auf die Gewürzinsel Sansibar im Indischen Ozean (zufälligerweise der Geburtsort des legendären Sängers von Queen, Freddy Mercury). Sie eignet sich am besten als zusätzliches Ausflugsziel ohne Motorrad. Hier können Sie ein paar Tage auf unberührten, weißen Sandbänken mitten im Indischen Ozean entspannen.

Wildtiere am See des Ngorongoro Kraters, Tansania

„Livingstone, I presume“

Von dort reisen Sie Richtung Westen nach Sambia und in die historische Kolonialstadt Livingstone. Der Sambesi-Fluss stürzt hier über Felsen in die Tiefe und bildet die kilometerweiten Victoriafälle.

Auf einem kleinen Floß überqueren Sie den Sambesi und erreichen Botswana. Hier liegt der Chobe Nationalpark, der eine der höchsten Konzentrationen an Wildtieren in Afrika aufweist und für seine spektakuläre Elefantenpopulation bekannt ist. Tauschen Sie Ihr Motorrad gegen ein Boot und verbringen Sie einen Nachmittag auf dem Fluss, wo Sie Wildtiere beobachten können.

Das Land der Wüstenelefanten

In Namibia geht es durch den langen, schmalen Caprivizipfel. Er verläuft in engen Grenzen zwischen Sambia, Botswana und Angola. Die Straße ist komplett asphaltiert, sehr lang und gerade und bietet beinahe garantiert die Möglichkeit, Wüstenelefanten am Straßenrand zu beobachten. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie versucht sind, mit Höchstgeschwindigkeit durch das Land zu brausen. Danach sind die Straßen bis zur Skelettküste größtenteils unbefestigt. Und wenn Sie schließlich ankommen, haben Sie Afrika vom Indischen Ozean bis zum Südatlantik durchquert.

Triumph Tiger in South Africa

Die Küstenstraße ist eine Salzstraße und damit fast so gut wie Zement. Das Fahren auf diesem Untergrund stellt für die meisten kein größeres Problem dar. Halten Sie nach Schiffswracks und Seehunden Ausschau, bevor Sie ins Inland zurückkehren. Hier geht es weiter auf den unbefestigten Straßen der Namibwüste und durch die „Mondlandschaft“ der Sossusvlei Dünen. Genießen Sie den majestätischen Blick auf den Fischfluss-Canyon. Er verläuft über 160 km und ist bis zu 27 km breit, und an manchen Stellen ist er fast 550 Meter tief.

Gefährlicher Wüstensand

Diese Straßen sind für Biker nur schwer einzuschätzen. Tatsächlich werden sie in der Hochsaison alle 10 Tage eingeebnet, um sicherzustellen, dass sich nicht zu viel Schotter und Sand auf ihnen anhäuft. Trotzdem müssen Sie auf der Hut sein und ein wachsames Auge auf tiefere Sandabschnitte haben. Das Reisen in kleinen Gruppen wird empfohlen.

An einem senkrechten Berghang vorbei in die Wildnis

Überqueren Sie den Oranje nach Südafrika und fahren Sie durch das Zederberg Naturreservat. In diesem Gebirge ist der gefährdete Zederbaum zuhause. Schon bald erreichen Sie die Weinberge rund um Stellenbosch, einer der ältesten Städte des Landes. Hier finden sich einige der besten Weingüter der Welt. Und es ist der ideale Ausgangspunkt für die Fahrt an die südlichste Spitze Afrikas, nach Kap Agulhas. Folgen Sie von dort aus der Küstenstraße um False Bay bis zum Kap der Guten Hoffnung.

Die Fahrt verläuft auf dem Chapman’s Peak Drive, einer spektakulären Straße zwischen den steilen Felsenwänden eines Berges. Und schließlich erreichen Sie Kapstadt, das am Fuße des unvergleichlichen Tafelbergs liegt. Von hier aus können Sie Ihr Motorrad nach Hause transportieren lassen.

Chapmans Peak Drive, Südafrika

Muss ich Erfahrung haben?

Das Motorradfahren in Afrika ist vorhersehbar unvorhersehbar. Das heißt, dass Sie überall alles erwarten können, denn Sie teilen sich die Straßen mit wilden und domestizierten Tieren, Menschen und einigen der am schlechtesten Instand gehaltenen Fahrzeuge der Welt.

Darüber hinaus müssen Sie sicher beim Fahren auf Schotterstraßen sein, da diese weit verbreitet sind. Die Wahl des Motorrads ist hier ebenfalls wichtig. Idealerweise handelt es sich um ein Offroad-Bike wie die Triumph Tiger XC, die Ihnen ein guter Freund sein wird, vor allem in Namibia.

Das Motorradfahren in Afrika ist vermutlich nicht zu empfehlen, wenn Sie nicht schon über Erfahrung mit Touren im Ausland verfügen, vor allem Langstrecken in heißem Klima. Dasselbe gilt für den Sozius.

Reisezeit

Der Frühlingsbeginn ist die beste Zeit, um in Südafrika zu reisen. Da es sich in der südlichen Hemisphäre befindet, sind das also die Monate September und Oktober, vor der Regenzeit im Sommer. In der Nähe des Äquators ist es wärmer und Temperaturen bewegen sich zwischen 25 und 30˚C.

Welche Dokumente benötige ich?

Britische Bürger müssen vorher nur ein Visum für Kenia einholen und können das online als E-Visum beantragen. An den Grenzen zu Tansania und Sambia werden Visa gegen eine Gebühr ausgestellt. Für die anderen hier genannten Länder wird kein Visum benötigt.

Sie brauchen ein „Carnet de Passage“ für Ihr Motorrad. Sie erhalten das Dokument beim RAC. Vergessen Sie jedoch nicht Ihren Original-Reisepass und Führerschein.

Bitte informieren Sie sich beim auswärtigen Amt.

Tafelberg, Südafrika

Welche Währung sollte ich mit mir führen?

Außer in den großen Städten und in Luxushotels ist Ihre Kreditkarte ziemlich wertlos. Wir empfehlen Reisenden, ausreichend US-Dollars mitzuführen sowie südafrikanischen Rand, der an einige andere Währung der Region gekoppelt is. Beide Währungen können in den meisten Ländern des südlichen Afrikas leicht umgetauscht werden.

Welches Motorrad sollte ich fahren?

Wenn Ihre Tour nicht zu einer körperlichen Herausforderung werden soll, benötigen Sie ein zuverlässiges Erlebnissportmotorrad mit großzügiger Federung. Das ist nötig, damit es die schlecht gewarteten Straßen bewältigen kann.

In Südafrika finden sich einige anständig asphaltierte Straßen, aber die meiste Zeit wird es eine holprige Fahrt! Eine Maschine mittlerer Kapazität, wie die Triumph Tiger 800, verfügt über ausreichend Kraft, damit Sie die Langstrecken bequem zurücklegen können. Auf diesem Kontinent ist es eher unwahrscheinlich, dass Gelegenheit zur Fahrt mit Höchstgeschwindigkeit besteht.

Statten Sie die Maschine mit anständigen Sturzbügeln und Metallboxen aus. Außerdem sollten Sie gut vorbereitet sein. Benzin kann in einigen Ländern knapp sein. Eine anständige Tank-Reichweite ist darum eine Grundbedinung. Es wird empfohlen, einen kleinen Ersatzkanister für Notfälle mit sich zu führen.