Inspiration: Interview

Das Verlangen eines Motorrad-Rezensenten nach einem Triumph

Das Geheimnis ewiger Jugend eines indischen Journalisten

Der Pate der indischen Motorrad-Magazine ist bestens positioniert, um Hunderte von Motorrädern zu beurteilen. Und er hat das große Glück gehabt, dass er in den 40 Jahren seiner Tätigkeit jede einzelne Maschine fahren konnte, die in Indien eingeführt wurde.

Schließlich liegt die Liebe von Adil Jal Darukhanawala zum Motorradfahren in der Familie, seit sein Großvater und Onkel 1903 das erste Motorrad nach Indien importiert haben.

Und nun folgt Sohn Jehan als Triumph-Fan in den Reifenspuren seines Vaters. Dieses Muster, so sagt er, wiederholt sich überall im Land, denn die modernen Klassiker aus Hinckley erobern Indien im Sturm.

For The Ride traf sich mit Adil zwischen den Veröffentlichungsterminen seiner vier Magazine, um zu entdecken, warum er Motorrad fährt, was er am meisten bedauert und was das Geheimnis ewiger Jugend ist.

Wann hat Sie das erste Mal das Motorradfieber gepackt?

Es liegt mir eindeutig im Blut. Mein Großvater hat 1895 einen Motorrad-Shop aufgemacht und Tourenmotorräder und Sicherheitsfahrzeuge verkauft, wie sie zu der Zeit auch von Triumph hergestellt wurden.

Ich habe mit 14 mit dem Fahren begonnen und jetzt bin ich 61, aber das Alter ist nur eine Frage der inneren Einstellung. Angefangen habe ich auf einem polnischen T175cc-Motorrad. Dessen Nachfolger war eine Jawa 250. Und irgendwann bin ich zuerst auf eine Kawasaki und dann auf eine Honda umgestiegen. Ich habe einfach jede Maschine gefahren, derer wir habhaft werden konnten. Import-Motorräder waren nur sehr schwer zu bekommen, also haben wir alles gefahren, was wir konnten.

Was macht die perfekte Fahrt aus?

Hohe Geschwindigkeiten und besondere Umgebungen sind nicht die wichtigsten Kriterien für mich. Ich fahre gerne mit einer vernünftigen Geschwindigkeit und fühle mich wohl dabei. Wenn man losfährt, kommt man in eine Hochstimmung – besonders dann, wenn man eins mit dem Motorrad wird. Wenn man den richtigen Rhythmus findet und diesen magischen Zustand erreicht, in dem Mensch und Maschine miteinander verschmelzen. Wer das noch nicht erlebt hat, dem kann ich es nicht erklären.

Da es eigentlich ausschließlich darum geht, einen erhöhten Bewusstseinszustand zu finden, spielt es wirklich keine Rolle, wo man unterwegs ist. Nichtsdestotrotz habe ich einige fantastische Straßen in meiner Nähe, da Pune von Hügeln, Bergen und Pässen umgeben ist. Also ist man doppelt gesegnet, wenn man ein Motorrad besitzt.

Ich versuche jedes Wochenende zu fahren, da mich die Arbeit sonst erdrückt. Wenn ich eine schlechte Woche hatte, fahre ich mit dem Motorrad los und fühle mich erfrischt, verjüngt und in der Lage, es mit der kommenden Woche und der nächste Ausgabe aufzunehmen. Wer Motorrad fährt, hat einen Jungbrunnen gefunden.

Wann haben Sie Triumph entdeckt?

Ich bin relativ spät zu Triumph gekommen und das ist wirklich schade. Ich komme mir ein bisschen so vor, als ob ich um etwas betrogen worden wäre. Mit dem Wissen, das ich heute habe, hätte ich in meinen Zwanzigern nur zu gerne ein solches Motorrad gehabt. Bis vor etwa 15 Jahren war das Importieren von Motorrädern sehr stark reguliert, aber seitdem hat sich Triumph hier als eine der Premium-Marken etabliert.

Ich vermute, dass es ein Aspekt der Unerreichbarkeit ist, das die Triumph-Maschinen umso begehrenswerter gemacht und mein Verlangen nach einer Triumph sogar noch gesteigert hat. Als die ersten Modelle nach Indien eingeführt wurden, war Triumph die Motorradmarke, die jeder haben wollte.

Ich habe das allererste 2013-Modell der Thruxton R erworben, das in Pune verkauft wurde. Für mich ist sie jetzt ideal, da ich um die Mitte herum etwas zugelegt habe und mein starkes Ducken bei Kurvenfahrten einer entspannteren Haltung gewichen ist. Aber ich wollte trotzdem ein sportliches Gefühl haben, was die Thruxton mit ihrer sehr charakteristischen Optik zur perfekten Wahl macht.

Die Beliebtheit von Triumph bedeutet, dass in den Familien jetzt eine Generation der nächsten folgt – genauso wie mein Sohn nun in meinen Reifenspuren fährt.

Wie wird Triumph in Indien wahrgenommen?

Triumph ist eindeutig eine Premium-Marke und die Menschen mögen die Tatsache, dass das Unternehmen so mutig war, etwas Neues hierher zu bringen. Man muss einige Risiken eingehen. Macht man das nicht, dann bietet man seinen Kunden keinen Mehrwert.

Triumph gilt im Bereich Strategie und Design als sehr solide und auch aufgrund der Erfahrung der Kunden hat die Marke einen sehr guten Ruf. Und das trägt wiederum dazu bei, dass Beziehungen zu künftigen Motorradfahrern aufgebaut werden können. Vor allen Dingen aber waren die neuen Motorräder, die etwa über die letzten 10 Jahren eingeführt wurden, wie z. B. die Bobber und die neuen modernen Klassiker alle technisch sehr stark und sehen großartig aus.

Gibt es noch weitere Familienmitglieder, die Motorrad fahren?

Meine Frau findet es gut, dass ich Motorrad fahre, und ich habe sie gefragt, ob sie nicht als Sozius mitfahren möchte, aber sie hat zu viel Angst um ihre Frisur. Erzählen Sie ihr das nicht, aber ich fahre lieber allein. Dann habe ich Zeit zum Nachdenken und bekomme den Kopf frei.

… und zu guter Letzt. Wussten Sie schon?

Adil besitzt eine der größten Sammlungen von Modellmotorrädern und -autos auf der Welt. Insgesamt 7.000 Stück.